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Het behang is van belang!

Thursday, June 28, 2007

(jo) An den letzten beiden Wochenenden haben wir in drei Zimmern die Tapeten abgezogen (na gut, bei einem war bis auf die Decke schon alles frei) und unsre erste Decke gestrichen.

Tapeten sind ja launische Geschöpfe. Manche kann man trocken in ganzen Bahnen abziehen. Andere — vor allem an kalten oder rauh verputzten Wänden — lassen sich bitten. Als wenig effektives Überredungsmanöver hat sich "Tapetenablöser" erwiesen, eine seifige Flüssigkeit aus dem Baumarkt. Stellen, die drei Wasseraufträge mit der Rolle brauchen, bis sie sich mal von der Wand bequemen, werden durch dieses Zeug nicht genügsamer.

Gute Erfahrungen haben wir dagegen mit dem "Dampfablösegerät" gemacht. Es ist eine Plastikbox mit 2KW-Tauchsieder und Schlauch dran. "Farbenfreund", das Geschäft gegenüber, vermietet so ein Teil für 10 Euro pro Wochenende. Ab drei Wochenenden lohnt sich der Privatbesitz an diesem Produktionsmittel.

Mit dem Gerät kann man eine etwa DIN-A4-große Fläche in ca. 10 Sekunden aufweichen. An einfachen Stellen geht es ohne natürlich schneller, bzw. man nimmt das Gerät für den "Einstieg" in die Bahn und zieht den Rest trocken ab. Über Kopf ist die Anwendung heikel, es sei denn, man duscht gern mit kochendem Wasser. Wir haben dann die Tapete an einer Decke doch lieber mit der Rolle und viel Wasser runtergeholt.

Die Decke im ersten Raum haben wir schon grob abgewaschen (so schlimm viel Farbe war nicht drauf) und neu mit Leimfarbe gestrichen. Die neigt ein bisschen zum Schmieren. Hier soll ein Tropfen Spülmittel helfen, aber das haben wir noch nicht getestet.

("Het behang is van belang" ist Baustellenholländisch und bedeutet "Tapeten sind nicht egal".)

Bilder…

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Wolfgang überredet Rauhfaser zum Tapetenwechsel. Über dem Ofen eine heikle Mission

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Nach dem Anstrich mit Leimfarbe schlägt der Wasserfleck wieder durch, der schon auf der Tapete zu sehen war. Vier Anstriche mit Latexfarbe bringen ihn zum Verschwinden

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Wandnotizen der Baubrigade ‘72

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Unter der Tapete im späteren Büro kommt Deckenmalerei zum Vorschein

(jo) Klingt macho, was. So reden Maurer. Maurer Maik aus OG 2. hat uns letzte Woche beim Verputzen der neuen Türen geholfen. Wofür wir mit der kleinen Kelle eine Stunde brauchen, nämlich 10 Kilo Putz auf der Wand zu verteilen, das schafft er in 10 Minuten. Nach einer halben Stunde waren anderthalb Säcke Putz geleert, auf ebensoviele Türrahmen verteilt und glatt wie Gips.

Maiks Methode: Er nagelt Holzleisten locker an die Ecken, feuchtet den entstehenden Hohlraum an und füllt ihn großzügig mit Putz auf. Dann schiebt er ihn mit der Glättkelle — großes, rechteckiges Blech, Griff dran — erst mal grob in Form. Er lässt die Oberfläche antrocknen (Fingertest: sie soll sich noch eindrücken lassen, aber nicht mehr feucht sein) und reibt sie dann mit dem Filzbrett oder Schwammbrett in kreisenden Bewegungen nochmal auf ("aufreißen" heißt das im Jargon). Schließlich wird alles mit wenig zusätzlichem Putz und der Kante der Glättkelle richtig glattgestrichen. Dabei wird das An- und Absetzen der Kelle zum Problem — es sollen keine Grate stehen bleiben. Am Ende verteilt er den restlichen dünnen Putz noch mit dem Filzbrett in den Zimmerecken — in die Risse, die da unter der Tapete unweigerlich zum Vorschein kommen. Am Ende werden die Kellen mit dem Filzbrett, und schließlich das Filzbrett selbst gesäubert.

An der Kante ist die Putzschicht jetzt zwei bis drei Zentimeter dick. Das heisst, Maik hat in Kauf genommen, dass die Wand zur Kante hin etwas dicker wird (was ist eigentlich das Gegenteil von "verjüngen"?), damit der Putz stabil hält.

Bilder…

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Maik verputzt Tür Nummer eins. Das Werkzeug ist ein Filz- oder Schwammbrett

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So sieht die Wand nach dem Glattziehen und Trocknen aus

(auf Wände zu schmeißen)

Monday, June 11, 2007

(jo) Putz und Filme! Letztere schmiss am 31. Mai das "Mauerstreifenkino" auf verschiedene fensterlose Mauern rund um den Rabet. Zum Abschluss eine Schleife über Shoppen in asiatischen Metropolen — durch die Scheiben unseres Wächterhauses auf die (noch) unbemalten Wände des Sozialforums im Erdgeschoss. Vor dem Haus gab’s Sternburg und irgend ein Westbier. Die längst untergegangene Sonne glühte von den Mauern (Foto!).

Am gleichen Tag: ganz offiziell Wächterhauseröffnung.
Die Mieter bekamen eine Sammlung unentbehrlicher Baustellentools wie Schippe, Baueimer, Werkzeugbox und Wandtafel. Wir führten stolz (Foto!) unser jüngst freigelegtes Parkett in der Erker-Galerie vor. Andere waren schon weiter. In der zweiten Etage brummelten die Wächterhaus-Vorstände: "Hier isses gemütlicher als bei uns zuhaus!" Das stimmt wahrscheinlich.

Und Putz: Wird auch auf Wände geschmissen, anschließend mit der "Berner Kelle" glattgeschmiert. Wir testen "Rotband Feinputz" und, etwa 30% teurer, "gräfix Haarputz". Letzterer kommt aus dem Ökobaubedarf und ist mit rund 3 cm langen Tierhaaren vermischt. Wir glauben, er bleibt länger elastisch (wichtig, wenn man nach dem Auftrag nochmal nachglätten muss) und die Haare helfen, allfällige technische Mängel (wie das Überputzen von Holzbalken ohne vorheriges Einbringen von Tonklumpen als Feuchteausgleich) zu überspielen.

Bilder…

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Blick von der Eisenbahnstraße auf unser Haus. Im Schaufenster (mitte) war die Projektion zu sehen.

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Im Erkerzimmer: Hausbewohner und Haushalten-Vorständler. Zuordnung der Gesichter als leichte Übung für Leserin und Leser